Was hat sich auf dem Immobilienmarkt getan nach einem Jahr Mietendeckelung?
Der Verband der Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) berichtet von Investitionsverlusten für Modernisierung, Instandhaltung und Neubauten in Höhe von 5,5 Milliarden Euro. Genossenschaften und private Unternehmen wollen demnach 12.000 Wohnungen weniger bauen. Den Rückgang von neugeschaffenem Wohnraum bestätigt auch das Bundesamt für Statistik.

Weniger Wohnungen bei gleichbleibender bzw. steigender Nachfrage führt zu steigenden Mieten. Dies wurde vor allem im Berliner Umland und anliegenden Städten wie Potsdam spürbar – hier stiegen die Mieten um bis zu 12%, laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Somit trat das Gegenteil dessen ein, was ursprünglich beabsichtigt war: Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Was stattdessen geschah, war eine Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentum und ein Einbruch von privaten Neubauten. Die Befürchtungen, dass die Verwalter aufgrund der Deckelung nur noch das Allernötigste in ihre Immobilien investieren, bewahrheitete sich.

Auch Deutschlands große digitale Wohnungsvermittler ImmobilienScout und Immowelt melden rückläufige Mietpreise in Höhe von zwei bis acht Prozent.

Negativbeispiele aus anderen europäischen Ländern kommen aus Schweden oder Portugal. Die Stockholmer Mietpreisbegrenzung hat seit 1969 zu einer massiven Verknappung des Wohnraumangebots geführt, sodass Interessenten im Schnitt 11 Jahre auf eine freie Wohnung warten müssen. In Portugals Metropolen Lissabon und Porto ist die Situation noch prekärer – hier haben fehlende Investitionen in Neubauten und Modernisierungsmaßnehmen zu einem regelrechten Verfall der Städte geführt.

Diese internationalen Erfahrungen zeigen, welche katastrophale Auswirkungen ein staatlich verordneter Mietpreisstopp haben kann. Eine Wohnungspolitik, die steigende Mietpreise in den Griff bekommen will, muss daher unbedingt Angebot und Nachfrage im Blick haben und diese in Einklang bringen.